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Codemasters F1 2014 im Review

Einige bezeichnen es als das FIFA der Rennspiele und liegen damit nicht verkehrt. „F1 2014“ erfindet sich weder neu noch liefert es Überraschungen. Dies liegt einerseits an der ohnehin guten Rennspielreihe. Mit aktuellen Fahrern, Teams und Strecken gleicht es dieses Jahr einem Update, zumal der Klassik-Modus gestrichen wurde. Fans dürften aber wie jedes Jahr bedenkenlos zugreifen.

Feeling

Schwitzende Finger umkrallen das Gamepad, das eigene Sichtfeld wird zu einem enger werdenden Kreis und mit angestrengter Miene wird die Ideallinie penibel verfolgt, um dann im richtigen Moment vom Gas zu gehen, einzulenken, zu beschleunigen, die Kurve zu meistern und einen Mitstreiter zu überholen. Wenn einem Spieler zuerst das Können abverlangt wird, damit sich der Spaß breitmachen darf, dann hat man es mit einer waschechten Rennsimulation zu tun. Codemasters präsentiert mit „F1 2014“ ein solches Spiel. Doch keine Angst: Alle Spieler werden beim ersten Start mittels neuem Einführungssystem einem angemessenen Schwierigkeitsgrad zugeordnet und dir wird entsprechend unter die Arme gegriffen, sodass die rasanten Boliden automatisch mitbremsen, lenken, beschleunigen und bei einer Berührung mit anderen Fahrern nicht direkt auseinanderfallen.

Einzelrennen bis komplette Karriere

Zu den elf Teams, 19 Strecken, 22 Fahrern sowie Rennautos gesellt sich eine Handvoll Spielmodi. Neben einzelnen Grand Prixs und Mehrspielerduellen stechen vor allem zwei Modi heraus: Die Karriere und der Szenario-Modus. Ersterer erlaubt dem Spieler, selbst Geschichte in der Formel 1 zu schreiben. Als Neuling heuerst du bei einem Rennstall an und fährst beispielsweise für eine Saison an der Seite von Sebastian Vettel für Red Bull Racing. Gestützt von vielen Statistiken, Neuigkeiten rund um das Team und speziell auf deine Leistung zugeschnittene E-Mails, in denen Lob und Tadel einhergehen. Für gute Leistungen winken etwa weitere Vertragsangebote. Es kann dir nicht authentisch genug zugehen? Dann kannst du die Saison in originalgetreuer Länge absolvieren. Optional wird auf 12 beziehungsweise sieben Rennen gekürzt.

Im Kontrast dazu schlüpfst du im Szenario-Modus in die Rolle verschiedener Fahrer. 20 Aufgaben konfrontieren dich mit jeweils anderen Problemen und unterschiedlicher Ausgangslage: Wetterumschwung, Reifenwechsel, ein ungewollter Dreher, ein kaputter Frontflügel oder eine schlechte Startposition haben dich zurückgeworfen. Es gilt, in begrenzter Zeit den Platz zu halten, etliche Plätze gutzumachen oder gar als Erster über die Ziellinie zu fahren. Schade, dass sich die Entwickler hier nicht auf die Formel 1 Geschichte besinnen und reale Szenarien eingebaut haben, wie etwa die Dreiradfahrt von Michael Schuhmacher nach einem Zusammenstoß mit David Coulthard in Spa 1998. Auch der noch im Vorjahr vorhandene Klassik-Modus, in dem Spieler als Damon Hill oder Gerhard Berger mit alten Boliden über Strecken heizten, fehlt komplett.

Die Boxengasse als Kommandozentrale

Einmal einen Grand Pix gestartet, findet man sich betreut vom Team in der Box wieder. Hier kannst  du das Spielgeschehen überwachen, sprich: Platzierungen und Verkehrsdichte einsehen, die Wetterlage überprüfen und einen Reifenwechsel veranlassen. Außerdem kannst du dein Gefährt nach Vorlieben auf dich zuschneiden: Bremsdruck verschärfen, Aerodynamik anpassen oder die Aufhängung ändern – Individualisten kommen vollends auf ihre Kosten. Hilfreich für Anfänger und Fortgeschrittene: Die Fahrhilfen lassen sich direkt in der Box ändern, sodass du nicht permanent dem Feld davonfährst oder andauernd überrundet wirst.

Zurück in Spielberg

Abseits der bekannten 17 Strecken bringen zwei Kurse frischen Wind in den Formel 1 Alltag: Nach zehnjähriger Abstinenz kehr der Große Preis von Österreich wieder zurück. Die Rennstrecke in Spielberg zeigt sich ähnlich liebevoll gestaltet wie der russische Neuling aus Sotschi. Das die verwendete Grafikengine aber schon bessere Tage erlebt hat, merkt man „F1 2014“ schnell an. Das beginnt in der Boxengasse mit einer starren Crew, zieht sich über detailarme Zuschauer, Vegetation sowie Gebäude hinweg und endet schließlich mit in der Ferne verwendeten 2D-Tapeten.

Doch das sind alles Nebensächlichkeiten, im Fokus stehen die Rennwagen, welche die ganze Aufmerksamkeit der Entwickler bekamen: Sie sind in hochauflösende Texturen gewickelt, spiegeln sich traumhaft schön in ihrer Umgebung, etwaige Schäden werden äußerst realistisch simuliert. Auch in puncto Wettereffekte bleibt der Augenschmaus nicht auf der Strecke. Sonne wie Regen laden zum Fahren ein und zusammen mit den hübschen, teils aber doch zu harten Schatten zaubert das Spiel ein stimmiges Gesamtbild. Einen Komplettausfall stellen allerdings die Nachtfahrten in Bahrain und Singapur dar: Lichteffekte und Schatten waren nur spärlich bis gar nicht vorhanden und so konnte weder die grandiose Atmosphäre aus dem Fernseher eingefangen werden noch der Fahrspaß die gewohnte Geschwindigkeit aufnehmen.

Das Fazit

Besitzer der Vorjahresversion müssen den Kauf abwägen: „F1 2014“ stellt in erster Linie ein Update an Fahrer, Teams und Strecken dar. Eingefleischte Formel 1-Fans sowie Gelegenheitsfahrer, die der Serie ein paar Saisonen abtrünnig waren, sollten auf ihre Kosten kommen. Aufmachung, Lizenzen und der große Umfang werden von einer (noch) guten Visualisierung abgerundet und bieten Spaß für etliche Stunden, allein, mit anderen auf dem Sofa oder online.

Auf dem Wunschzettel für „F1 2014“ stehen, wie auch schon im Vorjahr: Siegerehrungen auf dem Podium, Grid Girls und das Einscannen des eigenen Ich im Karrieremodus. Außerdem würde ein Revival des Klassik-Modus das Herz aller Nostalgiker höherschlagen lassen. PS4- und Xbox One Besitzer müssen zudem auf das nächste Jahr warten, bis auch sie endlich im Cockpit Platz nehmen dürfen.

Written by
Zocker und Publizistik Student, außerdem gerne auf Gamingmessen unterwegs und Besitzer einer PS1 - PS4 sowie NES, SuperNES und GameGear.

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