Trauriger Jahresabschluss: Wii U-Pleite kostet Nintendo Millionen

Nintendo

Katastrophale Umsatzzahlen im Hause Nintendo: Nach einem sehr verlustreichen Jahresquartal kürzt sich nun sogar Konzernchef Satoru Iwata sein Gehalt – Strategisch betrachtet soll aber vorerst alles beim alten bleiben.

Schlechter Jahresabschluss: Wii U beschert Nintendo Millionenverluste

Das Jahr 2014 beginnt für das japanische Videospielunternehmen Nintendo mit einem bitterbösen Schlag in die Magengegend: Aufgrund rapide sinkender Absatzzahlen rechnet der Traditionskonzern mit einem immensen Verlust von rund 25 Milliarden Yen (177,8 Millionen Euro), noch vor einigen Monaten hatte man fest mit einem Gewinn von 55 Milliarden Yen bis zum Abschluss des im März endenden Geschäftsjahres gerechnet. Einen nicht zu verachtenden Anteil am Ausmaß dieser desaströsen Bilanz macht nicht zuletzt das umsatzschwache Weihnachtsgeschäft 2013 aus: Aufgrund der schier übermächtigen Konkurrenz durch Sonys PlayStation 4 und Microsofts XBOX One lag Nintendos aktuelle Spielekonsole Wii U auch weiterhin wie Blei in den Regalen der Einzelhändler, schmerzende 15 Millionen Dollar standen am Ende des dritten Jahresquartals letztendlich auf dem Papier. Umsatztechnisch betrachtet konnte Nintendo zwischen Oktober und Dezember 2013 mit dem Verkauf von Spielekonsolen und verschiedensten Games zwar rund 4,8 Milliarden US-Dollar einnehmen, im Vergleich zum Vorjahreszeitraum stellt dies jedoch einen gravierenden Verlust von 8,1% dar.

Weniger Geld für die eigene Tasche: Nintendo-Chef Iwata kürzt sein Gehalt

Wirklich beliebt war die Wii U auf dem weltweiten Markt noch nie: Lediglich magere 2,41 Millionen Exemplare wanderten bislang über die Ladentheken, die dazugehörige Software bringt es auf 15,96 Millionen verkaufte Exemplare. Noch vor einigen Monaten hörte sich die Zukunftsprognose für die unbeliebte Spielekonsole immerhin aus dem Mund der verantwortlichen Nintendo-Bosse jedoch noch deutlich rosiger an: Stolze 9 Millionen verkaufte Exemplare stellte man zum Abschluss des laufenden Geschäftsjahres in Aussicht, in der Realität muss sich das Unternehmen nun mit einem gewaltigen Verkaufsrückgang von 36% im Vergleich zum Vorjahr abfinden. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung: Nintendo-Konzernchef Satoru Iwata verzichtet aufgrund der desaströsen Absatzzahlen freiwillig auf einen Großteil seines Gehalts, möchte dieses in den kommenden fünf Monaten um 20 bis 30% kürzen. Am Hungertuch nagen muss Iwata als einer der Topverdiener im Hause Nintendo hierdurch zwar aller Voraussicht nach nicht, sein eigenes Gehalt zu minimieren ist jedoch deutlich lobenswerter, als die aktuellen Verluste des Unternehmens auf den Rücken der eigenen Mitarbeiter auszutragen. Immerhin: Die Umsatzzahlen der tragbaren Spielekonsole Nintendo 3DS dürften dem 54-jährigen Iwata zumindest ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern: Im laufenden Geschäftsjahr wanderte das Gerät bislang rund 11,6 Millionen mal über die Ladentheken, die dazugehörige Software konnte sich im Vergleich zum Vorjahr von 49,61 Millionen auf 57,25 Millionen Verkäufe verbessern.

Klarstellung von Nintendo: Entwicklung von Spiele-Apps derzeit nicht geplant

Trotz der erschreckenden Verlustzahlen des aktuellen Geschäftsjahres möchte Nintendo auch in Zukunft an seiner klassischen Vermarktungsstrategie festhalten, welche sich auf die Produktion von Spielekonsolen, sowie die dafür passenden Spiele beschränkt. Wie Iwata erst kürzlich im Rahmen einer Konferenz vor Investoren mitteilte, setze man seine Hoffnung derzeit in kommende Wii U-Kracher wie „Mario Kart 8“ oder das (bereits seit mehreren Jahren angekündigte) Zelda-Game, darüber hinaus wolle Nintendo in Kürze auch Spiele von der tragbaren Handheld-Konsole 3DS auf die Wii U bringen. Eine in der vergangenen Woche verbreitete Meldung, welche die Entwicklung von Nintendo-Spielen in Form von Smartphone-Apps verkündete, wies das Unternehmen hingegen zurück: Eine Veröffentlichung von Applikationen für Handys und Tablet-PC’s sei seitens Nintendo zwar tatsächlich geplant, hierbei soll es sich jedoch nicht um Spiele, sondern um unterschiedliche Anwendungen handeln, die Nintendo-Fans zahlreiche „nützliche“ Vorzüge bieten würden.

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