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GamesCom 2015 Messehalle Photografie
15. August 2015

Tops und Flops der Gamescom 2015

Längst ist die Gamescom eine wahre Institution in der Spielebranche, diesen Ruf untermauerte die diesjährige Messe erneut. 800 Aussteller aus 45 Länder präsentierten ihre Neuheiten aus dem Bereich der virtuellen Unterhaltung.

Die Veranstalter dürfen sich ganz klar zu den Siegern der Messe zählen. Bereits zwei Wochen vor Beginn der Messe waren alle Tickets ausverkauft, ein neuer Besucherrekord. Insgesamt tummelten sich 345000 Besucher auf den 190.000 Quadratmetern Messegelände. Die angekündigten Weltpremieren einiger hochkarätiger Spiele dürften den Interessentenansturm forciert haben, Mafia 3 sorgte schon im Vorfeld für rege Diskussionen und Spekulationen. Darüber hinaus bescherte die kommende World of Warcraft Erweiterung namens »Legion« den Entwicklern viel Aufsehen. Hier zeichnet sich ein grundsätzlicher Umbruch ab. Prägten früher unzählige Neuerscheinungen die Messen, fokussieren sich die Hersteller heute auf wenige Zugpferde, die dafür wesentlich aufwendiger produziert werden.

Prinzipiell ist eine Verlängerung der Halbwertszeiten von Spielen erkennbar, was im Sinne der meisten Spieler sein dürfte. Schließlich müssen sie dadurch weniger häufig Geld für neue Titel ausgeben. Ob Scalebound oder Horizion – Zero Dawn es ist ein unauffälliger aber dennoch unübersehbarer Spieletrend in Sicht. Viele Spieleschmieden verschmelzen in ihren Neuerscheinungen das historische Genre mit Science-Fiction. So spielen die Games im Mittelalter doch gleichzeitig bekommen die Gamer Zugriff auf moderne Waffen. Für diesen Genremix scheint sich der Begriff Science-Fantasy zu etablieren. Wie erwartet spielten VR-Brillen auch auf der Gamescom 2015 eine zentrale Rolle. Vorerst werden sie jedoch ein Messephänomen bleiben, bis sich die Datenbrillen flächendeckend am Markt etablieren, dürfte noch einige Zeit vergehen.

Die Verlierer

Die Bloodstained Präsentation enttäuschte auf ganzer Linie, so gab es nicht mal Spieleszenen zu sehen. Da fragt sich der kritische Beobachter, weshalb ein Titel auf einer Messe vorgestellt wird, wenn es nicht mal Ingameausschnitte zu bestaunen gibt. Prominente einzuspannen, um den Verkauf eines Spiels anzukurbeln, ist ein alter Hut und dementsprechend langweilig. Statt diesen Rat zu beherzigen, setzen nach wie vor zahlreiche Hersteller auf die Zugkraft von Hollywoodprominenz. Der Reiz von Spielen besteht darin, neue Charaktere zu erschaffen. Ein Abbild realer Persönlichkeiten in der virtuellen Welt zu kreieren wirkt uninspiriert und langweilig. Der Verkauf von Nintendos Wii U verläuft schleppend. Verheißungsvolle Neuerscheinungen sucht man für die von einem japanischen Unternehmen entwickelte Plattform vergebens. Da ist es nur folgerichtig, dass der Hersteller aus Fernost bei der Gamescom 2015 auf eine Pressekonferenz verzichtet. Es gab schlicht nichts, dass eine Präsentation wert gewesen wäre. Für die Sims 4 ist eine Erweiterung geplant, die unter dem Namen »Zeit für Freunde« vertrieben wird, geplant. EA wollte den Spielern offenbar mit einer Tanzeinlage Lust auf die Erweiterung machen, das Dutzend Tänzer hätte mit seiner Leistung jedoch nicht mal in der Dorfdisco überzeugen können. Die Einlage wirkte unfreiwillig komisch und sorgte für viel Spott. Gute Präsentationen sind eben kein Kinderspiel, das bewiesen einige Entwickler jedes Jahr aufs Neue.

Tops

Wo es Verlierer gibt, sind die Gewinner nicht weit, so auch bei der Gamescom 2015. »Mit Pro Evolution Soccer« bekommt EAs FIFA Reihe ernst zu nehmende Konkurrenz, erfreulich für alle Spielefans. Schließlich scheint EA in der traditionsreichen Reihe nicht viel mehr als eine Maschine zum Gelddrucken zu sehen, zumindest entsteht der Eindruck, wenn man die Leaks zu FIFA 16 betrachtet. »Tom Clancy’s The Division« dürfte auch zu jenen Titeln zählen, die allenfalls Kenner der Branche auf dem Zettel hatten. Das Spiel besticht durch eine Grafik, mit der nicht viele Konkurrenten mithalten können.

Anhänger klassischer Rollenspiele sollten einen Blick auf »For Honor« werfen, die Messe vermittelte einen vielversprechenden Eindruck vom kommenden Rollenspiel. Auch bei den Shootern ist einiges in Bewegung »Call of Duty Black Ops 3« scheint neue Wege gehen zu wollen. Vorbei die Zeiten veralteter Grafik und ständig wiederkehrender Spielmodi, die sich allenfalls im Detail unterschieden. Star Wars Battlefront nimmt überzeugend Gestalt an, dementsprechend positiv viel die Resonanz auf der Messe aus.

Fazit

Bahnbrechende Neuerungen suchte man auf der Gamescom 2015 vergeblich. Evolution statt Revolution ist hier das Stichwort. Augmented Reality Brillen liegen nach wie vor schwer im Trend, bleiben aber vorerst ein Hingucker auf Messen. Es ist nicht mal geklärt, ob eine breite Spielerschaft solche Geräte wünscht. Schließlich entfernen sie sich vom klassischen Spielerlebnis, dass Gamer im Laufe der Jahrzehnte zu schätzen gelernt haben. Bei den Games ist einiges in Bewegung. Insbesondere das neue Genre Science-Fantasy macht neugierig. Im Hinblick auf die Inhalte bieten die Hersteller seit Jahren nur Variationen bestimmter Themen, hier ist Abwechslung durchaus willkommen. Im Bezug auf Innovationen beschränken sich die Spieleschmieden viel zu häufig auf die Verbesserung von Spielerfahrung und Grafik, das ebenso wichtige Storytelling bleibt oftmals auf der Strecke.

Die neue Strategie der Hersteller weniger Spiele zu veröffentlichen, die dafür mit erheblich größerem Aufwand produziert werden, dürfte bei den meisten Spielern gut ankommen. Konsolen machen mittlerweile drei Viertel des Geschäfts aus, Geräte, von denen nur alle paar Jahre eine neue Generation erscheint. Aktuelle Spiele müssen also über den Inhalt und nicht über die Grafik punkten. Da erscheint es folgerichtig, den Spielern mehr für ihr Geld zu bieten, statt sie ständig zum Kauf neuer Games zu animieren. Andere gehen diesen guten Weg nicht so konsequent, EA betreibt mit FIFA 16 unmotivierte Modelpflege, böse Zungen sprechen gar von einem Rebrand. Spielefans dürfen sich auf viele Neuerscheinungen aus den verschiedensten Genres freuen, die Zeiten in denen einzelne Genres den Markt dominierten sind Vergangenheit. Bei dieser Auswahl sollte wirklich jeder in der Lage sein, ein Spiel zu finden, dass genau zu den eigenen Anforderungen an ein Spiel passt.

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Über den Autor

Denis M.

Zocker und Publizistik Student, außerdem gerne auf Gamingmessen unterwegs und Besitzer einer PS1 - PS4 sowie NES, SuperNES und GameGear.

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