Startseite » News » The Elder Scrolls Online kurz angezockt

The Elder Scrolls Online kurz angezockt

Das muss man Bethesda lassen, bei „The Elder Scrolls Online“ wird dem geneigten Online-Fan viel geboten: Die Welt ist so riesig, dass man eigentlich ein neues Wort dafür erfinden müsste. Beim Gameplay dürfen MMO-Rollenspieler zwar nur wenige Innovationen erwarten, werden sich aber zumindest zu Hause fühlen. Ob dies dem Gros der Zielgruppe monatlich 12,90 Euro wert ist, muss abgewartet werden.

The Elder Scrolls Online: Neue Helden braucht das Land

Schon Urlaubspläne geschmiedet? Gleich auf Eis legen, denn ab  4. April geht die Reise zurück ins Elder-Scrolls-Universum nach Tamriel. Den fünf bisherigen Offline-Kapiteln –Arena, Daggerfall, Morrowind, Oblivion und Skyrim – folgt nun ein in allen Beziehungen „massives“ Multiplayer-Online-Rollenspiel. Das MMO-Rad wird zwar nicht wirklich neu erfunden, aber zumindest mit einem soliden Profil und glänzenden Felgen versehen. Einen ersten Eindruck von den gefühlt unbegrenzten Möglichkeiten bekommt man gleich beim Einstieg: Die Spielfigur kann man aus bis zu zehn Rassen samt diverser Klassen auswählen und optische Details anpassen. Von Letzterem hat man selbst eher wenig: Seinen Avatar sieht man entweder von hinten oder aus der Ego-Perspektive – also gar nicht.

Auferstehung

Unsere frisch gestaltete Figur erwacht seelenlos in einem Gefängnis in einer Art Zwischenwelt, rund 1000 Jahre vor den Ereignissen in Skyrim. Die unbequeme Wahrheit: Man wurde dem bösartigen Molag Bal geopfert und ist tot. Aber nicht verzagen, das Abenteuer hat ja erst begonnen. Wer Molag Bal sein soll? Dem wird im Laufe der Hauptquest auf den Grund gegangen, aber erst nachdem man sich aus der Zwischenwelt ins reale Tamriel gerettet, also das Tutorial absolviert hat.

Wer nach  seiner Wiedergeburt die Karten der Online-Welt studiert, fühlt sich angesichts der riesigen Dimension wie die Nadel im Heuhaufen. Grafisch unglaublich detailreich – von der Landschaft bis hin zu seinen Bewohnern – erstreckt sich die beeindruckende Welt von Tamriel quadratkilometerweit. Skyrim, Morrowind, Daggerfall und viele andere bekannte Gebiete dürfen (erneut) bereist werden, Atmosphärisch ein einzigartiges Erlebnis – wer auch nur ein früheres Elder Scrolls Spiel mochte, wird sich hier sofort daheim fühlen.

Augen auf

Entdeckernaturen werden vom Quest-System belohnt. Denn neue Aufgaben holt man sich nicht nur in Städtchen, sie scheinen fast überall am Weg zu sprießen. Das macht Sinn, denn Erfahrung sammelt der Spieler schneller beim Questen denn beim Grinden. Erfreulicherweise beschränkt sich The Elder Scrolls Online nicht nur auf die Aufgaben Archetypen (killen, sammeln, eskortieren, ausliefern), sondern bietet vielfältige und erzählerisch spannende Missionen. Teilweise sind gar keine Kämpfe notwendig. Wenn reden allein dann doch nicht weiterhilft, geht’s a la Skyrim ans Eingemachte: Schwerter, Bogen und Zauberstäbe benutzt man per Mausklick in Echtzeit, den Button länger zu halten, aktiviert einen heftigen Angriff.

Attacken des Gegenübers können mit dem richtigen Timing geblockt werden. Das Ziel perspektivisch richtig anzuvisieren, funktioniert bei einzelnen Kontrahenten recht verlässlich, bei Feindgruppen wirkt das aber oft verwirrend und wird fast zum Glücksspiel. Unterstützend gilt es, eine Reihe von klassen-, waffen- oder rassenspezifischen Skills im Kampf einzusetzen. Diese zusätzlichen Attacken können Gegner zum Beispiel betäuben, heranziehen oder gar abfackeln. Die Skills – ebenso wie der Großteil der anderen Fähigkeiten – verbessern sich abhängig von der Häufigkeit ihrer Anwendung. Wer bevorzugt mit Schwert und Schild zuschlägt oder schwere Rüstung trägt, levelt auch kontinuierlich in diesen Bereichen. Einige Skills können im Zuge der Aufwertung gemorpht, also mit weiteren Effekten verfeinert werden. Nur drei Attribute beeinflusst der Spieler direkt mit jeder neuen Stufe: Gesundheit, Magie und Ausdauer.

Gute Gesellschaft

Auch wenn man in TESO gut allein zurechtkommt, man ist es nie. Alle sind in derselben Welt online. Durch die Megaserver Technologie wird man automatisch mit ausgewählten Mitspielern (wie z.B. Freunden) zusammengeführt, andere blendet das Game aus. Trotzdem wirken Bereiche gern mal überfüllt, man muss sich regelrecht für einen Gegner anstellen. Aber auch in größerem Rahmen findet der Konkurrenzkampf statt: Die drei Allianzen Dolchsturz-Bündnis, Ebenherz-Pakt und Aldmeri-Dominion balgen sich um die Vorherrschaft. Die Zugehörigkeit wurde übrigens bereits mit der Auswahl der Rasse festgelegt. Im Krieg Allianz gegen Allianz finden sich nur allzu bekannte Elemente: Die Rechen nehmen ganz wie beim MMO-Urgestein „Dark Age of Camelot“ Burgen ein und verwenden dazu Belagerungsgerät. Dem Spaßfaktor schadet das Recycling trotzdem nicht.

Unterm Strich

The Elder Scrolls Online beschreitet keine wirklich neuen Pfade: In Sachen Gameplay wird Bewährtes poliert und zugegebenermaßen stilvoll in die Welt von Tamriel übersetzt. Fans der Serie sind sofort im Spiel, Neueinsteiger müssen etwas Geduld mitbringen. Wer aber echte Rollenspiel-Innovationen will, sollte anderswo suchen. Der Knackpunkt: Ob die Elder Scrolls Fanbase das antiquierte Abo-System von TESO tragen kann und will, wird die Zukunft zeigen. Auf jeden Fall ist fürs erste genug Content vorhanden, und bis das aktuelle Level-Maximum erreicht ist, hat man mindestens  100 Stunden in Tamriel verbracht.

Deine Meinung!

0 0

Hinterlasse eine Antwort

Deine E-Mail wird nicht veröffentlicht. Pflichtfelder sind markiert *

You may use these HTML tags and attributes: <a href="" title=""> <abbr title=""> <acronym title=""> <b> <blockquote cite=""> <cite> <code> <del datetime=""> <em> <i> <q cite=""> <s> <strike> <strong>

Diese Website verwendet Akismet, um Spam zu reduzieren. Erfahre mehr darüber, wie deine Kommentardaten verarbeitet werden.