Remember Me – Action mit Potenzial

Remember Me mixt Kämpfe, Kletter-Action und ein Minimum an Rätseln in einer Epischen Sci-Fi-Story um verlorene Erinnerungen.

Remember Me – Die Story

Die Zukunft, genauer gesagt das Jahr 2048 (Orwell lässt grüßen), sieht in den Augen der Entwickler von Dontnod Entertainment ganz schön düster aus. Ein Großkonzern mit dem sinnigen Namen Memorize hat Gehirnimplantate – Sensation Engines oder auch Sensen genannt – auf den Markt gebracht. Durch diese Gerätchen kann man Erinnerungen speichern und ins Netz laden. Das lief so erfolgreich, dass Memorize einen astreinen Überwachungsstaat installieren konnte. Wer den Machthabern nicht zu Gesicht stand, dem wurde einfach die Festplatte gelöscht. Da dauerte es nicht lange, bis die Gegenbewegung, die „Erroisten“, auf den Plan trat. Zu diesen gehört(e)  auch eine Heldin Nilin, in deren Rolle der PC-Xbox360-PS3-Spieler schlüpft.

Aller Anfang

Die tapfere Gedächtnisakrobatin beginnt ihr Abenteuer allerdings mit einem soliden Handicap: Sie findet sich mit einer Minimalausstattung an Erinnerungen im Gefängnis von Neo-Paris wieder und darf in kleinen Schritten ihre Bedeutung im Großen und Ganzen neu herausfinden. Die Macher haben fröhlich Genres gemixt und feine Innovationen beigepackt. Nilin, anfangs verletzlich und desorientiert, muss sich ihren Weg bahnen. Springend und kletternd überwindet sie Hindernisse. Spannend wird es, wenn Gegner sich ihr in den Weg stellen. Mit Faustschlägen und Kicks rückt sie diesen zu Leibe, der Spieler kombiniert Schläge ähnlich dem Batman-Free-Flow-System. Werden die Attacken zeitgerecht aktiviert, entsteht eine fließende Kampfchoreografie. Der Clou: Die Angriffs-Combos stellt man sich im „Combo-Lab“ selbst zusammen. Jeder einzelne Move hat zusätzliche Eigenschaften wie Extraschaden, Heilung oder Boost-Energie. Nach den jeweils aktuellen Bedürfnissen reiht man diese hintereinander. Hat Nilin z.B. in einer Situation nur noch riskant wenige Lebenspunkte, baut man Heil-Schläge in die Combos ein und fightet seine Heldin in den grünen Bereich. Für ganz harte Fälle nutzt man Spezial-Angriffe, die von Boost-Energie gespeist werden: Nilin prügelt dann in Rage wild um sich, sprengt Roboter in die Luft etc.

Sehr handlich

Die junge Dame kann aber durchaus auch mit Fingerspitzengefühl vorgehen: Im Inventar der Ex-Gedächtnisjägerin findet sich ein Datenhandschuh, der einerseits Energiestöße verschießt, andererseits Erinnerungen manipulieren kann. Letzteres sieht so aus, dass man als Spieler im Kopf anderer vor- und zurückspulen sowie kleine Details verändern kann, um dann den größtmöglichen Effekt zu erzielen. Ein Beispiel für solch ein Memory-Remix gibt’s gleich zu Anfang von Remember Me: Nilin ändert eine Krankenhauserinnerung einer Kontrahentin so ab, dass ein Patient stirbt und sich deren Motivation grundlegend ändert. Dieses spannende Feature lockert die sonst dominierende Action des Spiels auf, wenn auch leider zu sporadisch eingesetzt.

Bis ins Detail

Langweilig wird dem geneigten Abenteurer in Neo-Paris trotzdem nicht: Die detailreich und grafisch fesselnd inszenierte Zukunftswelt lädt zum Erkunden ein. In jeder Ecke finden sich kleine Feinheiten, die das Herzblut der Macher erkennen lässt. Vom Design der Augmented-Reality-Aufschriften bis zu Wandgraffitis, hier wurde eine in sich stimmige Version einer Dystopie geschaffen, die ebenso effektiv ihren Teil der Geschichte erzählt wie die menschlichen Protagonisten. Darüber hinaus funktioniert Nilin als Heldin optimal, sie wirkt weder zu stark noch zu schwach. Ein gerade bei Videospielen seltenes Kunststück, eine weibliche Hauptfigur überzeugend zu zeichnen! Der Mix aus Batman-Fights, Uncharted-Abenteuer und kleinen Knobeleinlagen wird von der fesselnden  Story um die Erinnerungsverschwörung und Nilins Identitätssuche fest zusammengehalten. Zusätzlich finden sich ausreichend Ideen, die Remember Me von anderen Genre-Vertretern abheben. Über kleine Schwächen, z.B. die zeitweise chaotische Kameraführung, sieht man gerne hinweg, fallen sie beim Gesamtpaket doch kaum ins Gewicht. Außerdem bleibt genug Gelegenheit, das Feintuning vorzunehmen, denn Remember Me ist klar als Start einer mehrteiligen Abenteuer-Serie ausgelegt.

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