Nintendo Umsatz und Entwicklung

Nintendos Umsatz und Erlöse

Wenn eine Marke für das Gamen steht, dann ist es wohl Nintendo. Alleine die Spiele rund um den kleinen Klempner Super Mario gelten als die erfolgreichsten Games aller Zeiten und sorgen immer noch für einen Umsatz, der seinesgleichen sucht – bislang. Denn in letzter Zeit scheinen dunkle Wolken am Horizont des Nintendo-Universums aufzuziehen, glaubt man den zahlreichen Statements nicht nur über den Umsatz, die ausgerechnet von Nintendo-Präsident Satoru Itawa angefeuert wurden. Ob, wie ebenfalls schon prophezeit, der Niedergang des Unternehmens bevorsteht wegen eines relativ kleinen Minus beim Umsatz, mag angezweifelt werden. Sicher ist jedoch, dass es dramatische Änderungen bei der Spielkonosolen-Architektur geben muss, um den Umsatz wieder zu steigern. Bekommt das japanische Unternehmen aus der Kaiserstadt Kyoto in die richtige Richtung gelenkt, wird das jetzige Schwarzmalen sicherlich als Jammern auf hohem Niveau in Erinnerung bleiben. Ein Blick in die Vergangenheit verdeutlicht, dass Nintendo immer wieder etwas nachhinkte.

Videohersteller, 1889 gegründet

1889 wurde Nintendo gegründet. Was irgendwie komisch anmutet, schließlich ist es einer der führenden Entwickler und Hersteller von Spielekonsolen und den entsprechenden Games dazu. Doch der Erfolg von damals gründete auf japanischen Spielkarten. Die Atari-Spielekonsole brachte den damaligen Präsidenten, Hiroshi Yamauchi, auf die Idee, ebenfalls eine Spielkonsole für das heimische Wohnzimmer auf den Markt zu bringen. Die ersten Versuche waren nicht unbedingt von Erfolg gekrönt und brachten wenig Umsatz. Erst als Mitsubishi die Prozessoren beisteuerte, konnte die dazu entwickelte Konsole zu einem erstmals einigermaßen attraktiven Preis verkauft werden und wurde ein recht guter Erfolg.

NES und Gameboy – lange Jahre das Nonplusultra am Markt

1983 folgte dann das Nintendo Entertainment System, kurz NES. Das war auch die Geburtszeit der legendären Spiele „Super Mario Bros.“ und „The Legend of Zelda“. 1989 holte Nintendo dann zu seinem bislang größten Schlag aus und präsentierte den Gameboy und Tetris – der Umsatz stieg rasant. Bis 2004 bzw. 2005 war das Unternehmen im Bereich der Handhelds praktisch alleiniger Marktbeherrscher. Nur die PSP von Sony kann etwas mithalten seither. Dennoch hält das japanische Gameboy-Unternehmen immer noch knapp 70 Prozent des Marktes. Inzwischen ist der Gameboy längst durch die DS-Handheld-Konsolen ersetzt, die heute als 3DS, 3DS XL und 2DS sehr erfolgreich sind.

Ein Fehler, der das Unternehmen nach 20 Jahren in die roten Zahlen treibt

Im Bereich der großen Konsolen war der NES-Nachfolger, die Super-NES, auch noch erfolgreich. Zudem erkannte das Unternehmen durchaus, dass man auf CD-Laufwerke umsteigen müsse (anstelle der Kassetten-Module). Daher unternahm das Unternehmen in einer Kooperation mit Sony den Versuch, die Nintendo Play Station zu entwickeln. Die Partnerschaft zerbrach und Sony entwickelte das Gerät selbst weiter – mit sehr großem Erfolg, wie wir heute wissen. Den Sprung hin zum CD-Laufwerk versuchte das Unternehmen noch einmal erfolglos. Dann schwenkte man komplett um und sah das Potenzial des Internets. 2006 kam die Wii-Konsole – die erste Spielekonsole mit WiFi und einem einhändig zu bedienenden Controller mit zahlreichen Sensoren. Die ersten 40.000 nach Europa gelieferten Konsolen waren im Handumdrehen verkauft. Auch in anderen Ländern verkaufte sich die Wii ähnlich gut während die Wii U weit hinter den Erwartungen zurück blieb.

Externen Spieleentwicklern ist das Modul-System zu veraltet und zeitraubend

Insgesamt holte sich Nintendo knapp 50 Prozent Marktanteil zurück. Doch bereits einige Zeit zuvor nahm ein ganz anderes Unheil seinen Lauf, dessen Vernachlässigung sich jetzt langsam rächen sollte. Zurück ins Jahr 1997: Inzwischen hatte die Playstation die Marktführung übernommen und auch Sega war ein ernst zu nehmender Konkurrent. Dass die Erfinder des Gameboys beschlossen, nun doch keine CD-Laufwerke zu integrieren, sorgte bei Drittentwicklern für Unmut. Square Enix wollte keine Spiele mehr für Module entwickeln und man verlor damit mit „Final Fantasy“ ein wichtiges Spiel – exklusiv an Sony. Genau diese Entscheidungen sind es heute, die so massiv durchschlagen. Selbst die Ankündigung, dass mit der Wii ab 2012 Spiele zum Downloaden verfügbar gemacht werden, scheint nicht wirklich geholfen zu haben.

Die Sony Play Station zeigt, wo man heute stehen könnte

Vorangegangen war der Umsatz erstmalig seit 30 Jahren von Verlusten am Ende des Geschäftsjahres geprägt. Viele namhafte Spiele wie „Call of Duty„, „Battlefield“ oder „FIFA“ gibt es schlicht nicht oder nur zum Teil – weder für DS und für Wii oder die neue Wii U – das bremst den Umsatz massiv. Daneben tritt ein weiteres Problem in den Vordergrund: Der Umsatz von Smartphones und Tablets machen auch der Konkurrenz wie der Sony PS4 oder der Microsoft XBox zu schaffen. Denn der Trend geht immer klarer in Richtung.

Kostenlose Game-Apps für das mobile Endgerät. Rund 80 Prozent aller Game-Apps, die im iStore heruntergeladen werden, sind kostenlos und finanzieren sich über In-App-Angebote. Dazu hat sich Nintendo in eine ganz andere Ecke gedrängt: Schon immer stehen die Konsolen und Spiele des japanischen Unternehmens für eine Spieltiefe und Game-Brillanz, die nahezu als unerreicht gilt. Genau hier liegt auch das hauptsächliche Problem. Die höheren Preise, die für Konsolen und Spiele wie für die Wii stehen, könnten den Umsatz durchaus drücken.

Mobile-Apps auf einem Markt, bei dem nur funktioniert, was nichts kostet?

Steigt man aber nun in das App-Geschäft für die großen Betriebssysteme iOS und Android ein, befindet man sich auf einem Markt, auf dem nahezu alles, was augenscheinlich kostenfrei ist, gut funktioniert. Teure Spiele dagegen sind ein Flop. Umsatz gäbe es wohl nur bei den Download-Zahlen. Brächte Nintendo nun aber Spiele für Smartphones und Tablets heraus und könnte sich etablieren, wäre damit ein viel größeres Problem schon vorprogrammiert: Der Umsatz würde dramatisch in sich zusammenfallen, denn wer braucht schließlich noch eine teure Konsole wie die Wii oder ein DS-Handheld, wenn es Super Mario und Zelda auch für diese mobilen Endgeräte gibt?

Minigames für Apps …

Vernachlässigt man diesen Markt aber ganz, wie will man bei der nachwachsenden Gamer-Generation eben Namen wie „Donkey Kong“, „Super Mario“ oder „Zelda“ im Gedächtnis halten? Die einzige Lösung wären demnach Minigames, die dann Appetit auf mehr machen. Aktuellen Gerüchten zufolge scheint das jetzt sogar der Fall zu sein. Zwar hat sich Präsident Satoru Itawa stets gegen den Tablet- und Smartphone-Markt gewehrt, doch ein japanisches Wirtschaftsblatt will in Erfahrung gebracht haben, dass man darüber nachdenke, Itawa aus genau diesem Grund als Präsident abzusetzen, dass wiederum wurde von Itawa dementiert. Zeitgleich sind auch Screenshots von Pokémon auf einem iPad aufgetaucht.

… und endlich eine Lösung für Drittentwickler

Im Prinzip ist es schon seit beinahe 20 Jahren so, dass es das fehlende CD-Laufwerk war, das Nintendo an Marktanteilen verlieren ließ. Mit dem Sprung zum Internet über Wii und DS schien man das wieder in den Griff zu bekommen, wich aber noch immer nicht vom Prinzip „ein Spiel muss einem Modul angeboten werden!“ ab. Die Ankündigung von 2012, Spiele nun zum Download bereitzustellen, könnte helfen, ist aber sicherlich nicht der Königsweg. Sollte sich das Gerücht mit dem Merchandising-Spiel aus der Pokémon-Welt bewahrheiten, könnte das dem Unternehmen helfen. Der Anteil ist nach wie vor sehr hoch weltweit. Und was die Qualität der Spiele angeht, ist Nintendo sogar absoluter Marktführer. Würde man endlich ähnliche Wege wie die Konkurrenz gehen, kämen all die Entwickler sicherlich zurück – und damit ein hochwertiges Gamer-Erlebnis, das dem Trend der billigen In-Buy-Apps nicht zu folgen bräuchte.

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