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Leisure Suit Larry Reloaded: Larry Laffer ist wieder zurück

Larry Laffer ist zurück! Der glückloseste Frauenheld der Videospielgeschichte erlebt dank Crowfunding einen zweiten Frühling.

Sein Name ist Larry. Larry Laffer. Der knapp 40-jährige Protagonist der nach ihm benannten Computerspielreihe war Anfang der 90er enorm populär. Als glückloser Möchtegern-Frauenheld auf der Suche nach der großen Liebe stolperte Larry Laffer in seinen Games von einem Fettnäpfchen ins nächste. Aber das ist lange her. Zwar gab es noch in den 2000er Jahren immer wieder halbgare Neuauflagen, doch an den Erfolg von einst konnten sie nicht anschließen.

Larry Laffer und Kickstarter

Mit dem Erfolg der Crowdfunding-Plattform „Kickstarter“ bekam der glückloseste Frauenheld der Videospielgeschichte seine zweite Chance. Vergangenen Mai sammelte Larry-Vater AI Lowe über Kickstarter 655.000 US-Dollar von Fans ein. Das Ziel: Ein Remake des allerersten Larry-Games von 1987. Knapp ein Jahr später ist das Werk fertig und als Disc im Laden oder über den Internet-Store Steam zu haben.

Als Remake ist das Game inhaltlich nah am Original dran: Larry, 40, männlich und Jungfrau, sucht in einer heruntergekommenen Glücksspielmetropole nach der großen Liebe. Ausgestattet ist er mit knapp 100 Dollar in der Tasche seines zu engen weißen Polyesteranzugs, einem übersteigerten Ego und einem riesigen Repertoire platter Anmachsprüche. Ein Gesamtpaket, das bei Frauen nicht gut ankommt. Na dann viel Erfolg, Larry …

Die Grafik wurde für das Remake komplett in HD überarbeitet, auch der Soundtrack ist neu. Alle Dialoge sind jetzt vertont, aus dem Off gib AI Lowe als Erzähler zynische Kommentare ab. Das alles allerdings in englischer Sprache. Immerhin die Bildschirmtexte wurden ins Deutsche übersetzt.

Steuerung von vorgestern

Neu ist auch die Steuerung. Anno 1987 wurde Larry Laffer ja noch mit Texteingaben dirigiert. Im Remake passiert das zeitgemäßer über Icons (Point and Click). Der Teufel liegt aber im Detail: Die Steuerung ist nicht kontextsensitiv! Für jede noch so banale Aktion wie „gehe zu“ oder „sprich mit“ muss erst das entsprechende Icon angeklickt werden. Dabei haben die „Monkey Island“-Remakes schon vor Jahren vorexerziert, wie sich das bequemer lösen lässt. Der Verzicht auf ein dauerhaft am Screen eingeblendetes Inventar macht die Sache umso schlimmer. Um einen Gegenstand anzuwenden, muss mit zusätzlichen Klicks erst noch das Inventar auf den Bildschirm geholt werden. Nein, zeitgemäß ist das wirklich nicht. Weniger Angriffsfläche bietet der Humor. Viele Gags sind grandios, viele pubertär, manche jenseits der Grenze des guten Geschmacks. Aber über Humor lässt sich bekanntlich streiten.

Nostalgiebrille nötig

Angesichts des überschaubaren Produktbudgets und des günstigen Preises von knapp 20 Euro fällt unser Fazit versöhnlich aus. „Leisure Suit Larry Reloaded“ ist das abseits der Steuerungsdefizite solide Remake eines Stücks Videospielgeschichte. Neueinsteigern dürfte sich die Faszination „Larry Laffer“ allerdings nur schwer erschließen. Eine Nostalgiebrille sollte man zum Spielen schon aufsetzten.

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