„Gratis“ Spiele Apps – Mit Tricks zum großen Geld

Spiele Apps In-Game-Käufe

Gratis, aber dann doch nicht kostenlos: Wie manche Entwickler von Smartphone Spiele-Apps ihren Kunden trickreich in die Tasche greifen.

Spiele Apps kostenlos, oder doch nicht?

Apps zu laden ist günstig. Der überwiegende Teil ist gratis oder kostet gerade mal ein paar Cent. Und trotzdem verdienen einige Hersteller Unsummen. Das Geheimnis sind die nachträglichen In-App-Käufe. Sie machen bei Apple bereits 92 Prozent der App-Umsätze aus, bei Android sind es gar 98 Prozent. Top-Verdiener sind derzeit die Macher von Candy Crush Saga: Sie nehmen mehr als 630.000 Euro ein – pro Tag. Nicht selten stammt dieses Geld von Kindern, die ohne das Wissen über die Kreditkarte ihrer Eltern einkaufen und dann horrende Rechnungen produzieren.

Apple hat gerade dieser Tage einem Vergleich zugestimmt, der betroffenen Eltern die Rückzahlung von 23,8 Millionen Euro garantiert. Es gibt nämlich ein wenig beachtetes 15-minütiges Zeitfenster nach Eingabe des Passworts, in dem unbeschränkt eingekauft werden kann. Doch selbst wenn die Sperren restriktiver wären, die Einnahmen würden kaum sinken. Denn um an das Geld der Gamer zu kommen, gehen die Programmierer nämlich mit psychologischer Raffinesse vor.

Trick 1: Weiter geht es nur gegen Cash

Der häufigste angewandte Trick stammt aus der Drogenszene: Die ersten Levels sind frei. Wer dann weiterspielen möchte, muss zahlen. Diese in der Fachsprache Freemium genannte Taktik lässt sich noch verfeinern. Etwa, indem man zwar die „angefixten“ Gamer weiterspielen lässt, den Spielerfolg jedoch vom Erwerb kostenpflichtiger Gegenstände wie besondere Waffen oder Werkzeuge abhängig macht. Roger Dickey, Ex-Mitarbeiter von Zynga, dem Unternehmen, das durch Farmville bekannt wurde, hat dafür den Begriff „Fun Pain“ geprägt. Er umschreibt damit jene Mischung aus Spaß und Ärger, die immer dann auftritt, wenn es im Spiel nicht so recht vorangeht, etwa bei der Feldbestellung bei Farmville. Abhilfe bringen hier neue Maschinen, und um an sie ranzukommen, bietet Farmville drei Möglichkeiten: Ewig lange arbeiten, bei den Freunden betteln gehen oder halt kaufen. Der finanzielle Erfolg des Spiels zeigt: Irgendwann gehen fast alle Spieler letzteren Weg. Die bessere Alternative: Aussteigen und sich ein neues Game suchen, das nicht ständig versucht, seinen Spielern das Geld aus der Tasche zu ziehen.

Trick 2: Die Mitleidmasche

Der sprechende Kater Tom ist trotz seines unschuldigen Aussehens ein schlimmer Finger. In früheren Zeiten blendete die App Werbung ein, die bei (unbeabsichtigten) Anklicken Abos abschloss oder  hohe Email-Beiträge für dubiose Leistungen einkassierte. Seit die Netzbetreiber das diesen „Verkäufen“ zugrundeliegende Bezahlverfahren entschärft haben, ist das Geschäft keines mehr: Wer heute über die Netzbetreiber Services kaufen möchte, muss dazu aktiv eine Bestätigungs-SMS schicken, unbemerkte Abbuchungen sind nicht mehr möglich. Doch der Kater hat eine neue Masche gefunden, Geld zu scheffeln. Er setzt nun auf Mitleid. In Tamagotchi-Art fordert er ständig etwas zu futtern und stellt Ansprüche in Sachen Unterhaltung und Ausstattung – etwa auch bei der Kleidung.

Um diese Ansprüche zu erfüllen, bedarf es Münzen, die natürlich nie ausreichen. Weil man das Kätzchen aber auch nicht vernachlässigen möchte, sind viele Gamer bereit, gegen echtes Geld Münzen nachzukaufen. Auch „Smurf Village“ setzt auf diese Masche, geht es doch darum, den Schlümpfen zu helfen und ihr von Gargamel zerstörtes Dorf wieder aufzubauen. Das nötige Material kostet Schlumpfbeeren, die – man ahnt es – sehr knapp sind, aber gegen viel Geld gekauft werden können. Der Trick ist deshalb so fies, weil er sich insbesondere auch an Kinder wendet. Ihnen fehlt das Verständnis für die Kosten, der In-App-Kauf gehört zum Spiel. Verhindern lassen sich solche unnötigen Ausgaben durch die Einrichtung einer Sperre bei Windows-Phones lässt sich immerhin noch eine Kinderecke einrichten. Haben die Kids trotz aller Vorsorge die Sperre geknackt, dann ist noch nicht alles verloren. Bei Android lassen sich Käufe innerhalb von 15 Minuten rückgängig machen, bei iTunes hilft es oft, den Service über den Shop zu kontaktieren und das Problem zu schildern. Apple zeigt sich hier oft großzügig und erstattet den Kauf zurück.

Trick 3: Bindung an das Smartphone

Wer trotz allem In-App-Käufe tätigt, sollte wissen: Beim Umzug auf ein neues Gerät gehen sie meist verloren. Das gilt besonders, wenn man das Betriebssystem wechselt. Nur bei einigen wenigen Spielen, die an einem Online-Account gebunden sind, wie etwa „Simpsons Springfield“, besteht die Chance, die virtuellen Güter mitzunehmen – aber nur, wenn man sich vor Spielbeginn angemeldet hat.

So schützt du dich vor In-App-Käufen

Besonders, wenn auch Kids das Telefon benützen, ist es günstig, In-App-Käufe zu beschränken. TOTALSPERRE. Beim iPhone lassen sich nach Eingabe des Passworts 15 Minuten lang unbeschränkt Einkäufe tätigen. Wer das verhindern will, kann in den Einstellungen stufenweise den Zugriff auf den Store sperren und dies per PIN schützen. Auf Android lassen sich die Käufe nur generell mit einem Passwort sperren.

iPhone:

Um In-App-Käufe beim iPhone zu verhindern, öffne die Einstellungen und wähle den Punkt „Allgemein“ und „Einschränkungen“. Bei der ersten Nutzung musst du einen PIN-Code eingeben, der die Einstellungen schützt. Dann den Schalter für In-App-Käufe auf „aus“. Fertig.

Android:

Bei Android lassen sich In-App-Käufe nicht ganz abstellen, aber per Passwort schützen. Dazu im Play Store die Einstellungen aufrufen. Im aufklappenden Menü unter Nutzersteuerung das Häckchen bei Passwort setzen. Nun können Käufe nur noch nach Freigabe getätigt werden.

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