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FIFA 16 Review
10. Oktober 2015

FIFA 16 Review: Update oder Evolution?

Der Herbst steht vor der Tür und wie jedes Jahr können Fußballfans den Beginn der kühleren Tage mit einer neuen Version von EA Sports Fußballsimulation einläuten. Ob sich der Kauf in diesem Jahr lohnt, erfährst Du im FIFA 16 Review.

Die FIFA-Reihe wird von den Fans vor allem wegen des nicht immer ganz realistischen, aber doch stets packenden Gameplays geschätzt. Skill wird belohnt und es gibt kaum etwas Schöneres, als ein Online Match in der Schlussminute noch durch einen spektakulären Fallrückzieher zu drehen. Auch FIFA 16 – so viel sei vorweggenommen – spielt diese Stärken gekonnt aus. Und muss sich doch gegen den Vorwurf verteidigen, nur ein Update zu sein, das als Vollpreistitel auf den Markt gebracht wird. Oberflächlich betrachtet scheint dieser Vorwurf auch zuzutreffen. Dass es sich bei der diesjährigen Auflage des Fußballspiels um einen neuen Titel handelt, sieht man erst auf den zweiten Blick. Denn zumindest optisch hat sich kaum etwas getan, wenn man einmal von Gimmicks wie dem Freistoß-Spray oder neuen Torjubeln absieht.

Mittendrin statt nur dabei

So sieht FIFA 16 also grundsätzlich aus wie FIFA 15, das im Vergleich zu FIFA 14 ja auch schon keinerlei Quantensprünge in der Grafik mit sich brachte. Dafür hat EA in diesem Jahr erstmals die TV-Grafiken der Bundesliga lizenziert und in das Spiel integriert. Gerade die deutschen Fans dürfte das freuen, immerhin kommt dadurch bei den virtuellen Matches durchaus das Gefühl auf, gerade eine Live-Partie im Fernsehen zu verfolgen. Die wirklichen Neuerungen des diesjährigen Titels werden aber erst sichtbar, wenn man in das Gameplay einsteigt.

Skill Moves für Jedermann

Für die Einen waren sie immer schon der Hauptgrund, FIFA zu spielen, für andere ein Buch mit sieben Siegeln: Die Skill Moves der FIFA Reihe machten schon immer mächtig Eindruck und waren in der Hand eines guten Spielers stets eine gefährliche Waffe. Das Problem: Sie waren relativ schwer zu lernen und bestanden aus komplizierten Tastenkombinationen, wenn man einmal von Standard Moves wie Übersteigern absieht. Hier setzt das erste große Feature an, mit dem EA im FIFA 16 Review punkten kann. Das sogenannte No Touch Dribbling erlaubt Finten und pfeilschnelle Richtungswechsel mit dem Ball. Dafür muss der Spieler nur die L1 bzw. LB-Taste betätigen. Zwar dauert es eine Weile, bis man sich an dieses neue Tool gewöhnt hat, schon nach wenigen Matches lässt man aber gekonnt Verteidiger stehen und schneidet durch den Strafraum wie ein warmes Messer durch Butter.

Pässe mit Schmackes

Auch bei den Pässen hat EA eine Neuerung parat. Neben den üblichen normalen, hohen und steilen Pässen kann der Spieler nun auch einen kraftvollen Pass spielen, indem er dabei einfach die R1 bzw. RB-Taste gedrückt hält. Mit dem richtigen Timing versehen sind diese neue Pässe wesentlich wirkungsvoller als die Steilvorlagen, die von EA in diesem Jahr spürbar entschärft wurden. Allerdings sind die neuen Power-Pässe auch keine Wunderwaffe. Geübte Verteidiger können die Passwege zum Beispiel durch gute Positionierung abschneiden oder den Ball nach einer verpatzten Annahme durch den Empfänger abnehmen. Insgesamt scheint das Balancing in diesem Jahr recht ausgewogen zu sein, für jedes neue Angriffsfeature gibt es eine entsprechende Verteidigungsstrategie und einzelne Spieler wie Ronaldo oder Ibrahimovic sind zwar nach wie vor brandgefährlich, aber nicht mehr so unaufhaltbar wie noch im letzten Jahr.

FUT Draft: Glücksspiel oder taktische Herausforderung?

Der ohnehin schon sehr populäre Ultimate Team Modus wurde in FIFA 16 durch den Ultimate Team Draft Modus erweitert. Hier wählt der Spieler aus einem zufällig generierten Angebot aus Aufstellungen, Spielern und Trainern ein möglichst optimales Team aus. Dabei empfiehlt es sich, auf eine möglichst gute Teamchemie zu achten. Denn ein effektiver Spielaufbau und präzise Pässe sind in FIFA 16 deutlich wichtiger geworden als in den Vorgängern, als schon ein paar schnelle Spieler reichten, um Torchancen am laufenden Band herauszuspielen. Dadurch bietet der Draft-Modus jede Menge Raum für taktische Entscheidungen noch vor dem ersten Match. Mit diesem Team nimmt der Spieler dann an einem Turnier aus vier Matches teil und erhält für jeden Sieg Preise in Form von Packs. Das Problem: Die Teilnahme an einer Draft-Runde kostet satte 15.000 Coins und es besteht keine Garantie, in den Packs genug gute Spieler zu ziehen, um diese Investition zu rechtfertigen. Im FIFA 16 Review konnte der Draft Modus deshalb zwar grundsätzlich als erfrischende Spielidee überzeugen. Ein Kaufgrund ist er aber nicht, denn dafür werden die meisten Spieler wohl nicht oft genug in diesem Modus spielen.

Frauen an die Macht

In FIFA 16 können die Spieler erstmals auch die Kontrolle über Frauenfußballer übernehmen. Hierfür stehen die wichtigsten Nationalmannschaften, darunter natürlich auch Deutschland und die USA zur Auswahl. Und tatsächlich erzeugen diese Matches ein anderes, durchaus interessantes und nicht weniger spaßiges Spielgefühl als die klassischen Partien mit den Herren der Schöpfung. Im FIFA 16 Review fiel direkt nach dem Release allerdings auf, dass nicht alle Käufer gleichermaßen begeistert von dieser Neuerung zu sein scheinen. Denn während Spieler mit Herrenmannschaften binnen weniger Sekunden Onlinegegner fanden, mussten wir mit den Frauen oft mehrere Minuten auf ein Match warten. Dafür können die Frauenmannschaften in einem Offline WM-Turnier ausgiebig getestet werden.

Neues im Karrieremodus

Auch der Karrieremodus wurde von EA deutlich aufgebohrt: Hier ist der Spieler für das Schicksal eines Profis oder eines ganzen Vereins verantwortlich und trifft ständig Entscheidungen auf und neben dem Spielfeld. Neu in diesem Jahr ist die Möglichkeit, die Spielerwerte durch individuelle Trainingseinheiten zu verbessern. An die Detailtiefe von Spielen wie Football Manager oder Anstoß! Kommt dieser Modus zwar nicht heran, bietet aber genug Potenzial für unzählige Spielstunden, in denen man etwa den SV Sandhausen in die Erste Bundesliga führt.

Fazit: FIFA 16 Review – Kaufen oder auslassen?

Insgesamt bietet FIFA 16 trotz der geringen grafischen Veränderungen jede Menge Veränderungen unter der Haube. Und im FIFA 16 Review entpuppen sich die meisten dieser Veränderungen auch tatsächlich als Verbesserungen. Zumindest für geübte Spieler, die vor allem am No Touch Dribbling ihre Freude haben werden. Denn insgesamt scheint der Zufall bei FIFA 16 eine wesentlich geringere Rolle zu spielen, als bei den Vorgängern. Stattdessen werden ein sauberer Spielaufbau und gutes Timing belohnt. Schon nach wenigen Minuten mit FIFA 16 macht sich das neue und deutlich taktischere Spielgefühl bemerkbar. Insgesamt rechtfertigen die neuen Features also durchaus den Kauf von FIFA 16 als Vollpreistitel.

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Über den Autor

Denis M.

Zocker und Publizistik Student, außerdem gerne auf Gamingmessen unterwegs und Besitzer einer PS1 - PS4 sowie NES, SuperNES und GameGear.

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