GamesCom
Gamescom 2014 Highlights
14. September 2014

Die Gamescom 2014 – Highlights, Flops und das Drumherum

Die Zeiten, zu denen auf der Gamescom nur Games präsentiert wurden, die auf der E3 in Los Angeles keine Beachtung fanden, ist mit der Gamescom 2014 endgültig Geschichte. Dennoch, betrachtet man die Entwicklung von der Games Convention in Leipzig, die völlig im Nirwana verschwunden zu sein scheint, bis zur hochglanz-polierten Gamescom 2014, gibt es neben den zahlreichen Highlights doch auch den einen oder anderen faden Beigeschmack. Der hat, wie sooft, natürlich auch oder gerade mit Geld zu tun. Was es dann aber auch schon wieder pragmatischer betrachten lässt, schließlich sind Games „Big Business“. Daneben wird auf der Gamescom 2014 aber endgültig klar, dass die Zeit der Next-Gen-Konsolen angebrochen ist – rund um die Last Gens ist es merklich ruhig geworden, es ist Schnee von gestern.

Besucherrekord, so viele Anbieter wie noch nie – die Gamescom 2014 in Zahlen

Bevor wir über Flops, Tops und Highlights berichten, erst einmal ein paar grundsätzliche Infos zur Gamescom 2014. Der heftige Besucheransturm von 2013 konnte auf der Gamescom 2014 ganz knapp nicht eingestellt werden. Bezieht man aber die Besucher vom Gamescom city-festival mit ein, wurden die endgültigen Besucherzahlen überboten. So hatte die Gamescom 2014 335.000 Besucher (Gamescom 2013 340.000), das Gamescom city-festival 130.000 (120.000 2013). Insofern war die diesjährige Gamescom für die Verantwortlichen also ein voller Erfolg. Auch die Publisher, Entwicklerstudios, andere Anbieter und Aussteller sind mit 700 zum Vorjahr um 65 Anbieter mehr deutlich angestiegen (bei der ersten Gamescom 2009 waren es „nur“ 458). Seit der Gamescom 2012 ist die Ausstellungsfläche von 120.000 qm auf auch dieses Jahr unveränderte 140.000 qm angewachsen.

Besuchermassen und viel Warten

Was die Gamescom-Macher als echten Erfolg feiern, kam bei vielen privaten Messebesuchern vielleicht nicht so gut an. Mit den Eintrittskarten wurde viel Richtung „besser und optimierter Geld verdienen“ umgestellt: Statt Dauerkarten gab es Drei-Tages-Karten, die den Samstag ausnahmen. Wie schon letztes Jahr waren sämtliche Eintrittstickets im Handumdrehen ausverkauft. Das bedeutete für viele Besucher, wirklich Geduld mitzubringen. Um eines der Highlights anspielen zu können, mussten teilweise vier bis sechs Stunden in Kauf genommen werden.

Sich einen wirklichen Überblick über Spiele- und Hardware-News zu verschaffen, war damit für Besucher absolut unrealistisch. Dazu kommt, dass natürlich nicht alle Game-Vorschauen spielbar waren. Teilweise erschien es sogar, dass Pre-E3 (Frankfurt) und E3-Content bei einigen Publishern nur noch einmal aufgewärmt wurde. Auch „Halo“ von Microsoft hat hier ziemlich enttäuscht, weil das erhoffte „Halo 5“ einfach nicht vorgestellt wurde. Spontanität war also eher schlecht, diejenigen, die genau wussten, was sie interessierte, kamen besser auf ihre Kosten. Aber – und das sollte man schließlich nicht vergessen – immerhin ist die Gamescom 2014 die Gamer-Messe, auf der sich die weltweite Szene traf und mit der Gamescom 2015 wieder trifft.

Highlights und Stimmungen neben neuen Game-Titeln

So fand auf der Gamescom 2014 als eines der direkten Highlights für Gamer das spektakuläre Finale von Deutschlands besten Gamers statt (Jan Zimmermann „SnEijDeR“ mit „FIFA 14“ und Gabriel Segat „HeroMarine“ in „Starcraft II – Heart of the Swarm“). Die Indie-Developer hatten dagegen einen schweren Stand. Obwohl die Szene zunehmend an Popularität gewinnt, waren diese Messestände klein und auch nur schwer zu finden. Während man in langen Schlangen zum Anspielen von „Destiny“, „Far Cry 4“ oder „FIFA 15“ mehrere Stunden Wartezeit über sich ergehen lassen mussten, sah man bei den Indie-Ständen einen buchstäblichen Kampf um jeden Besucher, der sich dorthin verirrte. In diesem Zusammenhang ist auch das neue Phänomen der Branche, die zeitliche Exklusivität, nachteilig zu erwähnen.

Zeitexklusivität – ein Negativtrend

Gerade große Anbieter wie Sony und Microsoft verkündeten zu jedem zweiten Indie-Titel, dass er nur exklusiv auf ihrer jeweiligen Konsole erhältlich wäre. Wer das bei den Indie-Games noch versteht: Square Enix hat zusammen mit Microsoft stolz erwähnt, dass „Rise of the Tomb Raider“ vorerst exklusiv ausschließlich auf der XBox One erscheinen wird – und zwar mindestens bis über das Weihnachtsgeschäft 2014/15 hinaus. Das ist von daher schon unverständlich, weil „Tomb Raider“ bislang ein Spiel war, das sich gerade auf der Playstation am besten verkaufte.

Die Gamescom-Schattenseiten

Nicht einmal bei Sony konnte man eine Antwort darauf geben, wann das neue „Tomb Raider“ für die Playstation kommen wird. Ein anderes Spiel, welches wohl schon seit 2013 zu den größten Highlights zählt, nimmt sich mit „Destiny“ davon nicht aus. Für dieses Spiel wurde ein DLC exklusiv für die PS4 angekündigt. Ansonsten, und das war wohl in Bezug auf „Destiny“ am meisten enttäuschend, gab es nichts Neues zum Kracher des Jahres.

Immerhin ist die Gamescom die größte europäische Spielemesse und der europäische Konsumentenmarkt nicht unbedingt sparsam. Noch heftiger ging das aber bei Nintendo: die Japaner hätten sich den Auftritt komplett sparen können, es gab absolut nichts, aber wirklich nichts zum Vorstellen. Etwas irritierend auch die Aufforderungen am Stand von Electronic Arts: den Besuchern wurde es schlichtweg verboten, Fotos oder Videos zu machen, auf denen FIFA 15 zu sehen ist. Also praktisch eine Präsentation, die nicht gesehen werden wollte.

FIFA 15 und Bloodborne

Aber natürlich gab es auch massig Spiele-Highlights auf der Gamescom 2014. Obwohl EA dieses seltsame Fotografierverbot an den Tag legte, muss man FIFA 15 auf jeden Fall in die Gamescom 2014 Highlights einreihen. Die Verfassung der einzelnen Fußballspieler wird jetzt abhängig vom Eindruck, den sie auf den Zuschauerrängen hinterlassen. Stollenabdrücke sind im Rasen zu sehen, der sich auch im Verlauf eines Matches abnutzt, das Team-Management ist gut. Schon ein erstes Anspielen deutet hohen Suchtfaktor an (Release 25.09). Auch Bloodborne gehört definitiv zu den Highlights. Das düstere und grafisch ansprechende RPG erscheint exklusiv für die PS4 (Release 2015, in Japan am 5. Februar, ansonsten unbekannt). Hinter Bloodborne verbirgt sich übrigens Hidetaka Miyazaki (Demon´s Soul).

NFL 15: ein tolles Spiel wird noch besser

NFL war für Fans des Metiers schon immer eines der hervorstechenden Highlights. Ob und wie man ein solches Topgame nicht immer besser machen kann, hat sich zuletzt gut bei SimCity gezeigt. Doch NHL 15 ist dieses schwierige Kunststück gelungen. Auf den ersten Blick meinst Du tatsächlich, eine Liveübertragung eines Eishockey-Spiels zu sehen. Die Detailversessenheit, die NHL 15 zeigt, wird Anhänger des Spiels sichtlich entzücken. Zu NHL 15 gibt es zwischenzeitlich bereits Demos zum Download für XBox One und PS4 (Release der Vollversion 11. September).

Batman steht für hohe Qualität – in jeder Hinsicht

Warner Bros. Interactive hat mit „Batman Arkham Knight“ ebenfalls wieder einen Kracher vorgestellt. Eine umwerfende Grafik (gewiss eine der besten auf der Gamescom), dazu ist wie üblich bei Batman eine gute Story zu erwarten, außerdem rückt das Batmobil in den Fokus (Release 2. Juni 2015, nur für Konsolen). Ähnlich atemberaubend ist die Grafik auch bei „Project Cars“ von Slightly Mad Studios (Release PS4, XBox One und PC 21. November, Wii U-Version nächstes Jahr), außerdem „The Witcher 3“. Für eine Überraschung haben Hideo Kojima und Hollywood-Regisseur Guillermo del Toro gesorgt: Aus der im PlaystationStore unkommentiert eingestellten Demo „P.T.“ wurde auf der Gamescom 2014 „Silent Hills“.

Bye-bye PS3, XBox 360 und Wii

Wichtige Trend-Highlights gibt es natürlich ebenso. So scheint die Zeit der Last-Gen-Konsolen endgültig gezählt. Unter den übersichtlich wenigen Titeln zählte „Assassin´s Creed – Rogue“ zu den Highlights für die Last-Gen-Konsolen. Auch Kinect von Microsoft ist wohl ins Nirwana entfleucht. Dafür durften Messebesucher erstmals Sonys Project Morpheus selber ausprobieren. Somit hat die Gamescom viele Highlights bereitgehalten, aber auch für den einen oder anderen Besucher ein paar Enttäuschungen. Insgesamt kommen in den nächsten Monaten aber einige Titel auf Euch zu, die es endlich wieder einmal in sich haben.

Über den Autor

Denis M.

Zocker und Publizistik Student, außerdem gerne auf Gamingmessen unterwegs und Besitzer einer PS1 – PS4 sowie NES, SuperNES und GameGear.

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